Über die imperalisitischen Auswirkungen von Lebensmitteln und Getränken auf globale Blockchain-Modelle

Globalisierung ist ein umfassender Trend, der sämtliche industrielle Sektoren, insbesondere aber die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zu einer Optimierung und Maximierung ihrer Reichweite anhält. Dazu gehören auch die Dominanz der Unternehmen auf den Märkten und die Aufrechterhaltung einer individuellen Kontrolle und „Dominanz“ über ihre jeweiligen eigenen Lieferketten – und das am besten so umfassend wie nur möglich. Aus diesem Grund hat sich der Cyberspace für etliche Branchen zu einem kostengünstigen Tool entwickelt, um die Reichweite und die Einflussmöglichkeiten in Bezug auf eine Lieferkette aufzubauen und zu sichern. In den frühen Tagen des Cyberspace war diese Reichweite allerdings trivialer, konnte sie Lieferanten doch mit zugänglichen und akkuraten Informationen zu ihrer Rolle innerhalb einer Lieferkette und den dazugehörigen Anforderungen versorgen. So gab es beispielsweise eine bestimmte Oberfläche zur Interoperabilität zwischen den unterschiedlichen Instanzen. Neu entstehende Blockchain-Technologien weisen jetzt jedoch rückläufige und abwertende Zeichen der interoperablen Oberfläche auf. Denn sie führen eine omnipräsente und verständliche Abdeckung von Semantik und Technologie ein.

Gemeinsam mit anderen Phänomenen des Cyberspace, versuchen auf Blockchain basierende, globale Produktlebenszyklusmanagement (PLM) Systeme, eine totale Dominanz über Lieferketten zu erlangen. Dazu schaffen sie ein detailliertes Datenmodell des Produktlebenszyklus, dessen Aufzeichnung lange vor der Existenz der Zutaten beginnt und weit in die Zukunft reicht. Dabei basiert das Modell auf vorhersagbaren und umfassend gesammelten sowie erlernten Daten zu einem bestimmten Produkt und seinen Zutaten. Es liegt in seiner Natur, dass in diesem Ziel der flächendeckenden Datensammlung ein starker imperialistischer Unterton mitschwingt. Dieses Datenmodells und sein transaktionales Regime fordern bestimmte Ausgrenzungen sowie Unipolarität, Unausweichlichkeit und Machtverhältnisse an – so entsteht der imperialistische Unterton.

Hin zu einem totalitären Management von Algorithmen

Das Produktlebenszyklusmanagement innerhalb eines globalen Umfeldes steht zunehmend drängenden Herausforderungen und Einschränkungen gegenüber. Dazu gehören unter anderem auch die Kosten für die Aufrechterhaltung von Reichweite und Dominanz. Genau an dieser Stelle kommen blockchain-basierende Technologien ins Spiel. Sie bieten ein kostengünstiges transaktionales Umfeld, das offensichtlich frei von zusätzlichen, durch Aufsichtsbehörden geforderten Kosten ist – zumal eine Blockchain Autoritäten wie diese durch nicht-institutionelle Mächte mittels Kryptographie und Algorithmen ersetzt. Eine globale Autorität, um die Rückverfolgbarkeit verschiedener und weit entfernter, das heißt oftmals fremder Lieferketten aufrechtzuerhalten, war niemals günstiger als mit Hilfe von Blockchain-Technologien. So vielversprechend Blockchain und Künstliche Intelligenz jedoch sein mögen, so sehr lohnt es sich, diesen Technologien einen zweiten Blick zu schenken, bevor man sie mit einer globalen Allmacht und einem absoluten Mandat versieht.

Während Blockchain-Technologien scheinbar für etliche Unternehmen attraktiv sind, um die totale Transparenz eines Produktionsprozesses von Lebensmitteln zu erreichen und aufrecht zu erhalten, implizieren sie gleichzeitig eine starke imperialistische Tendenz. Denn mitsamt der Rückverfolgbarkeit von Prozessen mittels Blockchain erhalten auch bestimmte Regeln und Semantiken Einzug in die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Und an diese müssen Hersteller sich halten und sie jederzeit anwenden. Das verringert ihre Souveränität und Unabhängigkeit.

Kostenloses E-Book

Blockchain: Darum ist sie bahnbrechend für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Das ist genau dann ein wichtiger Faktor, wenn es um die Betrachtung der Blockchain-Technologie und der damit zusammenhängenden Kritik geht, sie schaffe „totalitäre“ Mächte zur Rückverfolgbarkeit von Produktionsprozessen. Auf der einen Seite könnte diese Sichtweise und Analyse zu einer fehlenden Berücksichtigung von kleinen Nuancen und Zweckmäßigkeiten führen. Auf der anderen Seite, und das ist wahrscheinlich wichtiger, kann eine „anti-autoritäre“ Analyse Innovationen und Wachstum ausschließen, be- und verhindern. Das wiederum würde zu einer weniger liberalen Vielfalt der Märkte führen.

Von der Regulierung zur vorhersagenden Prävention

Neu entstehende Sicherheitsrahmen von Lieferketten – hier in Zusammenhang mit blockchain-basierenden Systemen und ihrem Einbau in algorithmische Systeme betrachtet – beschreiben einen weiteren wichtigen Trend. Global aktive Hersteller, insbesondere innerhalb der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, unterlagen lange Zeit einer starken Überprüfung von regulatorischen Anforderungen. Teilweise ist das der Natur der Industrie an sich geschuldet, da hier selbst kleinste Fahrlässigkeiten nicht nur massive Kosten verursachen können, sondern auch zu menschlichen Todesopfern führen können. Tatsächlich ist die Bedrohung der Lebensmittelsicherheit mitten in Zeiten des Cyberkriegs zunehmen drängender und akuter geworden. Die Geschichte hat es bereits gezeigt: Lebensmittel bieten nach wie vor eine große Angriffsfläche für Sabotage. So müssen Regierungen strenge Regeln entwickeln, um hier die Sicherheit zu gewährleisten und anderen gegenüber Stärke zu zeigen. Die regulatorische Compliance war dabei der erste Mechanismus in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zur Stärkung der Kontrollen von Lieferketten und deren Sicherheit.

Die regulatorische Compliance innerhalb eines globalen Umfeldes sicherzustellen, kann zu massiven Kosten führen sowie gleichzeitig zu einer Verlangsamung innerbetrieblicher Prozesse beitragen und Engpässe in einer ganzen Lieferkette hervorrufen. Neue und global anpassbare blockchain-basierende Sicherheitslösungen für Lieferketten verändern zudem die regulatorische Tradition insgesamt. Der Mangel an weltweit einheitlichen regulatorischen Vorgaben sowie der Widerwille, sich auf eine supranationale Richtlinie zu einigen, hat zu einer steigenden Komplexität der regulatorischen Umwelt geführt. Genau diese ist wiederum der Grund für die massiven Kosten, mit denen die Lebensmittel- und Getränkeindustrie umgehen muss und die die Verwundbarkeit ihrer Lieferketten durch einen erhöhten Managementaufwand der Datensicherheit vergrößert.

Dennoch, neu entstehende globale Infrastrukturen, die auf Blockchains und algorithmischen Lösungen basieren, versprechen es, statische und inkompatible regulatorische Regimes zu ersetzen – mittels präventiver algorithmischer Steuerung. Diese will die Sicherheit und Rückverfolgbarkeit durch Transparenz, unveränderliche Datenstrukturen sowie algorithmische Analysen und vorhersagende Modellierung stärken. Diese Tendenz ist sehr attraktiv für das Lieferkettenmanagement der Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie in anderen Branchen, die ein stringentes Produktlebenszyklusmanagement und bessere Standards zur Datensicherheit erfordern. Unverwechselbare regulatorische Regimes sind somit essentiell für die globale Interoperabilität.

Interoperables Management von Lieferketten in einem friedlichen Cyberspace

Aus diesem Grund ist eine blockchain-basierende PLM-Lösung sowohl funktionell als auch attraktiv für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Auch wenn es in Sachen Zukunftsfähigkeit einzelner Unternehmen eine Herausforderung sein kann. Spekuliert man weiter, so können diese PLM-Lösungen eher die Eckpfeiler einer wohlgenährten und reichen Industrie werden, als diese und die damit zusammenhängenden Märkte zu zerstören.

Diese kritische Abhandlung ist deswegen ermutigend gemeint für die Bewerbung unverwechselbarer und beschränkter Autoritäten, Persönlichkeiten und deren gemeinsame interoperable Oberflächen – in der Hoffnung, dass es vorteilhaft für alle weltweit liberalen Märkte ist. Das interoperable Management von Lieferketten im Cyberspace strebt zudem auch nach einer Bereitstellung aller nötigen Grundlagen zur Sicherheit und Stabilität eines friedlichen Cyberspace und setzt deswegen auf die Abschreckung vor dem Wunsch nach globaler Machtpositionen durch entsprechende Methoden, Semiotiken oder transaktionale Zusammenhänge. Für manche Leser erscheint dieser Artikel vielleicht nicht als wirtschaftlicher Text, steht das zentrale Motiv doch entgegen der sonst üblichen Beweggründe. Dieser Text beleuchtet die globalen Blockchain-Regime aus einer anderen Perspektive, als mache es möglicherweise kennen. Aus diesem Grund ist er ein Vorschlag für ein stabiles, sicheres und profitables weltweites Lieferkettenmanagement sowie für ein globales Geschäfts-Regime mit verbesserter Interoperabilität seiner jeweiligen Instanzen.

2019-07-09T14:28:05+02:00Food-IT|
Wir verwenden Cookies, um sicherzustellen, dass Sie unsere Website optimal nutzen können. Wenn Sie unsere Website weiterhin nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen. Ok