Produktdatenmanagement 4.0 – Die Bedeutung der digitalen Transformation für das QM in der Lebensmittelindustrie

Kennen Sie den größten Widersacher der Digitalisierung? Er ist weiß, kann tonnenschwer sein und braucht in der Regel viel Platz. Die Rede ist von Papier. Nach wie vor setzen etliche Unternehmen in der Lebensmittelbranche bei der Datenspeicherung und beim Produktdatenmanagement (PDM) auf eine manuelle und papierbasierte Arbeit. Das ist weder zukunftsfähig noch kann es die Anforderungen von Industrie 4.0 und damit das Produktdatenmanagement 4.0 erfüllen. Doch genau diese digitalen Anforderungen sind unabdingbar für jedes Unternehmen, das auf lange Sicht am Markt bestehen will. Zeit, dass sich PDM zu PDM 4.0 entwickelt. Was das bedeutet, lesen Sie in diesem Artikel.

Industrie 4.0 – was ist das eigentlich?

Die vierte industrielle Revolution, das „nächste große Ding“, ein Zukunftsprojekt. Industrie 4.0 hat viele Gesichter, die einen bestimmten Vorgang beschreiben: die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie mittels neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Für die Unternehmen sämtlicher Branchen gibt es dabei viele unterschiedliche Möglichkeiten, diese intelligente Vernetzung zu nutzen. In der Automobilindustrie sind es Montageroboter, in der Logistikbranche selbstfahrende Stapler, in der Energiebranche Technologien wie Smart Home. Die digitale Transformation macht es möglich. Es ist ein Trend, der auch in der Lebensmittelbranche angekommen ist und sich im Produktdatenmanagement 4.0 bemerkbar macht.

Industrie 4.0 und Produktdatenmanagement 4.0 haben am Ende ein übergeordnetes Ziel: die Erreichung von mehr Effizienz in der Industrie bei gleichzeitiger Ressourcenschonung. Die zentrale Technologie, um das zu erreichen, ist das Internet. Es ermöglicht bereits heute eine Maschine-zu-Maschine-Kommunikation, das Internet der Dinge (IoT). So gestalten sich Abläufe in der industriellen Produktion schneller und einfacher. Und das kommt am Ende der Wirtschaftlichkeit eines ganzen Unternehmens zugute. Flexiblere Produktion, optimierte Logistik, ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft und der Einsatz von Daten sind also die größten Vorteile eines digitalen Produktdatenmanagement 4.0 – auch für die Lebensmittelbranche.

Was bedeutet Produktdatenmanagement 4.0 für den Qualitätsmanager?

Für Unternehmen in der Lebensmittelbranche spielt der Qualitätsmanager eine entscheidende und überaus wichtige Rolle. Er ist dafür verantwortlich, dass ein Hersteller die sich ständig verändernden Anforderungen der Märkte erfüllt und gleichzeitig alle gesetzlichen Vorgaben, Standards und internen Prozesse einhält. Um das gewährleisten zu können, muss ein Qualitätsmanager sein Unternehmen sowie alle dazugehörigen Prozesse und Abläufe von Grund auf kennen. Das betrifft auch das Produktdatenmanagement. Durch die digitale Transformation gestaltet sich dieses nämlich noch komplexer und umfassender als bisher. Klassische IT-Lösungen des PDM verschwinden und machen Platz für neue Technologien. Dadurch entstehen andere Einsparpotenziale und eine optimalere Verteilung der Wertschöpfung ist möglich. Das wiederum begünstigt niedrige Komplexitätskosten und eine höhere Produktivität bei steigender Gesamtmarge. Qualität bekommt darüber eine ganz neue Definition – und das Produktdatenmanagement 4.0 muss sie sicherstellen.

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Einführung in die Food Industry 4.0

Für den Qualitätsmanager bedeutet Produktdatenmanagement 4.0 deswegen in erster Linie, die Qualitätssicherung „seiner“ Produkte mit neuen Geschäftsmodellen zusammenzubringen sowie neue Test- und Abnahmekriterien erfolgreich im Unternehmen einzuführen und umzusetzen. Hier unterstützt ihn die digitale Transformation mit Technologien, die ein schnelleres, genaueres und effizienteres Arbeiten ermöglichen.

Darum läuft ohne Produktdaten gar nichts

Für Unternehmen der Lebensmittelbranche geht es darum, sich Marktanteile zu sichern und somit wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben. Keine Frage, irgendein Konkurrent kann immer schneller sein, billigere Waren anbieten und diese breiter streuen. Doch was am Ende zählt, ist nicht allein die Masse. Ab einem gewissen Zeitpunkt steht Qualität über Quantität. Und genau an dieser Stelle setzt Produktdatenmanagement 4.0 an. Denn über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens entscheidet letztendlich der Kunde bzw. der Abnehmer aller hergestellten Produkte. Und mit der digitalen Transformation haben sich schon etliche Abnehmer weiterentwickelt.

Relevante, exakte und sehr detaillierte Produktinformationen zu verlangen, ist für Abnehmer heute üblich. Gerade die neue Konsumentengruppe der sogenannten Millenials legt viel Wert auf einen transparenten Zugang zu sämtlichen Informationen. Sie möchten ganz genau wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und welche Inhaltsstoffe sich in ihnen verbergen. Um an die entsprechenden Daten zu gelangen, nutzt diese Verbrauchergruppe überwiegend die digitalen Kanäle des Internets. Ob einfache Webseiten oder Apps, die QR-Codes scannen – für die Hersteller der Lebensmittelindustrie bedeutet das eine große Herausforderung, immerhin geht es nicht um einige wenige Waren, sondern um viele tausende Produkte.

Diese Produktdaten müssen sie den Anwendern und Kunden zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der richtigen Sprache zur Verfügung stellen. Hinzu kommen Drittplattformen, wie beispielsweise Amazon oder mercateo, die branchenspezifische Spezifikationsstandards (z.B. BMEcat oder GTIN) einfordern. Die zunehmende Anzahl von Vertriebs- und Kommunikationskanälen macht das nicht einfacher. Um in diesem Dschungel der Anforderungen den Durchblick zu behalten, empfiehlt es sich für Hersteller der Lebensmittelbranche auf ein Produktdatenmanagement 4.0 zu setzen.

Welche Trends sich im Produktdatenmanagement der Zukunft abzeichnen, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Artikels.

 

Fotoquelle Titelbild: © Wright Studio/shutterstock.com

2019-09-30T12:56:41+01:00Blog, Industry 4.0|
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